26Feb 2019

Tipps von Dr. med. Alex: Fit trotz Frost! So gesund ist Sport im Winter

Dr. AlexGesundes Leben0

Viele Menschen verzichten auf Sport im Winter, weil sie sich vor Erkältungen fürchten. Das ist nicht nötig: Ist die Luft sauber, stärkt Bewegung im Freien sogar die Abwehrkräfte. Optimale Bedingungen für gesundes Wintervergnügen finden Sie in den bayerischen Kurorten. Ich verrate Ihnen, was Sie dabei beachten sollten.

Wie halte ich mich im Winter richtig fit? 

Ernähren Sie sich – wie zu anderen Jahreszeiten auch – vitaminreich, bewegen Sie sich und kümmern Sie sich um Ihre Psyche. Seelisches und körperliches Wohlbefinden hängen eng zusammen und gerade im Winter schlagen Kälte und Lichtmangel vielen Menschen aufs Gemüt. Entscheidend sind im Winter die Temperaturen. Kalte Luft ist trockene Luft und darum müssen wir auf unsere Atmungsorgane achten. Nicht alle Sportarten sind im Winter geeignet. Radfahren empfehle ich Ihnen bei unter minus 10 Grad zum Beispiel nicht. Der Grund: Durch den Fahrtwind steigt die Gefahr, dass Ohren oder Nasenspitze erfrieren.

Welche Sportarten eigenen sich im Winter besonders? 

Entscheidend ist, dass Sie den ganzen Körper bewegen. Darum eignen sich Schneeschuhlaufen, Walking und gemächliches Joggen im Winter besonders gut. Auch Skilanglauf und Nordic Walking sind gesunde Wintersportarten. Langlaufen ist förderlicher als Alpinski, denn bei ersterem werden 95 Prozent des Muskelapparats aktiviert.

Für die Fitness ist Ausdauersport entscheidend, denn er trainiert das Herz-Kreislaufsystem und hält den Stoffwechsel in Schwung. Beim Eisstockschießen sollten Sie besonders auf die Kleidung achten, denn dabei stehen Sie viel – Sie könnten sich erkälten. Schlittschuhfahren eignet sich nicht für Menschen mit Gelenkbeschwerden, da die Bewegung schmerzende Gelenke zu sehr belastet.

In welchen bayerischen Kurorten können Gäste besonders gut Ski-Langlaufen, Winterwandern oder andere Wintersportarten machen?

Sporteln Sie dort, wo Sie vernünftigen Schnee vorfinden – bei vereisten Loipen ist Skilaufen nicht mehr gesund, sondern gefährlich. Im Fichtelgebirge, in der Rhön und im Bayerischen Wald liegt jetzt reichlich frischer, weicher Pulverschnee. Wandern ist fast überall möglich. Ich empfehle besonders die heilklimatischen Kurorte, da hier das Klima mild und die Luftwerte hervorragend sind. Saubere Luft tut im Winter besonders gut – die finden Sie etwa in Oberstaufen, Bad Hindelang, Oberstdorf und Bad Reichenhall.

Was kann ich tun, damit ich mich beim Wandern und Joggen im Winter nicht erkälte?

Wetterfeste Kleidung und klare Luft: So macht Sport im Winter Spaß!
Wetterfeste Kleidung und klare Luft: So macht Sport im Winter Spaß! (c) www.bayern.by – Jan Greune

Wenn Sie im Freien laufen wollen, tragen Sie unbedingt eine den Temperaturen angemessene Jogging-Kleidung. Im Winter verlieren Sie die meiste Wärme über den Kopf, darum ist eine Mütze besser als ein Stirnband. Schützen Sie Hände und Füße und halten Sie den Hals gut warm. Bewährt hat sich das Zwiebelschalenmodell: Funktionsunterwäsche, Fleece, darüber wind- und wasserfeste Kleidung. Ziehen Sie verschwitze Kleidungsstücke nach dem Sport gleich aus, trocknen Sie sich ab und ziehen Sie trockene Kleidung an. Nehmen Sie zum Wandern Stöcke mit Spitzen mit, damit Sie nicht ausrutschen. Schuhe mit Profilsohlen sind genauso wichtig.

Wie schütze ich Atemwege und Lungen vor Kälte?

Wenn Sie im Winter joggen, achten Sie auf die richtige Atmung. Trockene Winterluft reizt die Bronchien – atmen Sie deshalb durch die Nase und halten Sie den Mund geschlossen. Die Nase befeuchtet und erwärmt die Luft. Überanstrengen Sie sich nicht, damit Sie nicht nach Luft schnappen müssen. Im Winter sollten Sie alles etwas ruhiger angehen.

Weshalb ist ein vorheriges Aufwärmen wichtig?

Durch das Aufwärmen werden die Muskeln weicher und die Sehnen geschmeidiger. Mit einer kalten Muskulatur riskieren Sie, sich zu verletzen. Gerade beim Alpinsport vergessen dies viele Skifahrer. Sie steigen aus der Gondel oder dem Lift und fahren sofort die Abfahrt herunter. Da sind Stürze vorprogrammiert. Also: Wenn Sie aus dem Lift kommen, lassen Sie erstmal die Arme kreisen, machen Sie ein paar Rumpfbeugen und einige Treppensteiger-Übungen. Fünf Minuten genügen in der Regel, damit alle Körperregionen warm und gut durchblutet sind, Sie aber nicht schwitzen.

Raus aus der Großstadt und rauf auf den Berg – wie wäre es dieses Wochenende mit einem sportlichen Kurzurlaub in Garmisch-Partenkirchen?

Gibt es aus gesundheitlicher Sicht ein zeitliches Limit, wenn ich bei Kälte und Schnee Sport treibe?

Hören Sie mit dem Sport auf, sobald Sie anfangen zu frieren. Denn das ist ein Zeichen, dass Sie sich überanstrengt haben und der Körper mit den Temperaturen nicht mehr zurechtkommt. Gerade im Winter ist es wichtig, Atmung und Kreislauf nicht zu überfordern.

Erst klirrende Kälte, dann wohlige Wärme: Klimareize stärken Ihr Immunsystem
Erst klirrende Kälte, dann wohlige Wärme: Klimareize stärken Ihr Immunsystem (c) www.bayern.by – Marc Oeder

Gibt es Gründe, um die Sport-Einheit doch einmal nach drinnen zu verlagern?

Bei Temperaturen unter -15 Grad steigt die Gefahr, dass Sie Erfrierungen erleiden. Selbst mit Mundtuch oder Schal können Sie die Atemluft nicht mehr ausreichend erwärmen. Die kalte Luft schadet dann Ihren Bronchien. Seien Sie darum bei diesen Temperaturen mit Sport im Winter sehr zurückhaltend.

Wie unterstützt ein abschließender Saunagang die Abwehrkräfte?

Die frische Winterluft bietet dem Immunsystem einen Anreiz. Dadurch wird es gestärkt. Saunagänge stimulieren ebenfalls die Abwehr. Zusätzlich lockert die Wärme Muskeln und Faszien. Mit leichten Dehnungs- und Entspannungsübungen regenerieren Sie Ihre Muskeln.

Richtig ausgerüstet und vorbereitet spricht auch im Winter nichts gegen Sport im Freien. Ich wünsche Ihnen dabei viel Spaß!

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Dr. Alex

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Dr. med. Christian Alex

Zusätzlich zu seiner praktischen Arbeit als Arzt setzt sich der dreifache Familienvater seit drei Jahrzehnten auch auf politischer Ebene als Experte für Gesundheitsthemen ein. Besonders interessiert sich der Mediziner für ortsgebundene Heilmittel und Naturheilverfahren. Privat unternimmt er sehr viel, um körperlich fit zu bleiben und seine Freizeitaktivitäten auch in den nächsten Jahren mit Freude ausüben zu können: Er betreibt Gesundheitssport, fährt Fahrrad und Ski – und liebt es generell, sich in der schönen bayerischen Natur zu bewegen.

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