3Jul 2018

Was wir gegen Osteoporose tun können

Dr. AlexGesundes Wissen0

Durch vorbeugende Maßnahmen und medikamentöse Behandlung können wir das Auftreten und die Schwere von Osteoporose positiv beeinflussen. Für die Prävention habe ich mehrere Empfehlungen, die ich Ihnen ans Herz legen möchte.

Gerade im Alter müssen wir unsere Knochen trainieren

Der vielleicht wichtigste Baustein von vorbeugenden Maßnahmen gegen Knochenschwund ist die  Bewegung. Es gilt für eigentlich alles in unserem Körper: Was wir fordern, wird auch gefördert. Knochen brauchen Bewegung. Und wir brauchen Muskeln für die Stabilität. Deshalb ist entscheidend: Körperliche Aktivität schützt uns vor Knochenschwund. Weil die Kräfte, die auf den Knochen wirken, knochenaufbauende Zellen stärker fördern – und damit bildet sich auch im Alter neue Knochensubstanz. Knochenabbau und Knochenwachstum schließen sich im Alter also gegenseitig nicht aus.

Nordic Walking und Schwimmen sind die ideale Prävention

Aber ohne Training wird der Körper nie etwas aufbauen. Egal ob jung oder alt: Wer nur vor dem Fernseher oder Computer sitzt oder auf dem Sofa liegt, baut schnell körperlich ab. Durch diese Immobilität entwickelt sich zügig die Osteoporose. Dann beginnt ein Teufelskreislauf: Wir sind nicht trainiert, betätigen uns noch weniger – weil wir etwa beim Laufen Knie- oder Rückenbeschwerden haben – wir schonen uns und dieses Sich-Nicht-Bewegen führt zum Fortschreiten der Erkrankung.

Mein Tipp: Betreiben Sie Gewicht tragende Ausdauerübungen und muskelaufbauendes Training, beispielsweise Aerobic. Bitte kein Extremsport oder gefährliche Sportarten, weil wir ja der mit zunehmendem Alter höheren Sturzgefahr entgegenwirken wollen. Ideal sind Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking, Laufen – da wir hier alle Muskelgruppen, Gelenke und Knochen trainieren. Deshalb sollten wir auch mit Stöcken laufen, weil wir so die Gangsicherheit erhöhen und gleichzeitig die Rückenmuskulatur und Arme entsprechend mittrainieren. Meine Empfehlung: Gerade im Alter sollten wir uns wenigstens jeden zweiten Tag 20 bis 30 Minuten sportlich bewegen. Oder nutzen Sie Präventionsprogramme, wie sie beispielsweise in Bad Bocklet oder Treuchtlingen, angeboten werden.

Besser als Tabletten ist die Bewegung im Freien

Einer der wichtigsten Faktoren für den Aufbau und die Stärkung unserer Knochen ist Vitamin D, das wir durch Sonne über unsere Haut aufnehmen. Deshalb empfehle ich Ihnen: Wir sollten uns, wenn möglich, nicht in geschlossenen Räumen sportlich betätigen, sondern dazu hinaus an die frische Luft gehen.

Die richtige Ernährung stärkt unsere Knochen

Calcium ist die Hauptsubstanz für den Knochenaufbau. Aber wie können wir es leicht über unsere Nahrung aufnehmen? Der Schlüssel ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung – die grundsätzlich empfehlenswert ist, aber eben auch der Osteoporose entgegenwirkt. Die besten Calcium-Lieferanten sind Käse, Milch und Joghurt. Aber auch Grünkohl, Broccoli und Samen. Essen Sie eine Körnersemmel, etwas mit Nüssen, auch mal ein Vollkornbrot. Wer im höheren Lebensalter Prävention für die Osteoporose betreiben will, dem werden 1000 bis 2000 mg Calcium am Tag empfohlen. Will man dafür nicht extra Tabletten nehmen, können Sie stattdessen einen Liter Milch trinken – der hat diese 1000 mg Calcium. Oder sie essen 100 Gramm Hartkäse. Mit einer ganz normalen Ernährung, mit Schwerpunkt auf Milchprodukten, führen wir so unserem Körper genügend Calcium zu.

Jeder von uns kann etwas gegen Osteoporose tun

Seien Sie schon in jüngeren Jahren vorbeugend aktiv, betreiben Sie im höheren Alter dann Gesundheitssport und machen Sie bitte Übungen gegen die Gangunsicherheit. Denn die größte Gefahr im Alter ist der Sturz: Wir können Sturzprophylaxe betreiben, beispielsweise mit Hüftprotektoren. Weil wir ja wissen, dass der Schenkelhalsbruch eine der gefährlichsten Frakturen im hohen Alter ist. Wir müssen also unser Umfeld, unsere Wohnungen herrichten, um das Sturzrisiko zu mindern. Das Entscheidende ist, dass wir uns seelisch darauf vorbereiten: Wir haben mit steigendem Alter ein immer höheres Osteoporose-Risiko. Aber wir können, indem wir unser Umfeld und unser Leben bewusst gestalten, damit umgehen lernen. Da ist nicht der Arzt gefordert, sondern wir selbst. Nehmen Sie Ihre Gesundheit in die Hände. Sie sind für Ihre eigene Gesundheit verantwortlich. Vor der Osteoporose müssen Sie keine Angst haben. Denn Sie können sehr viel tun, bevor es zu spät ist.

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Dr. Alex

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Dr. med. Christian Alex

Zusätzlich zu seiner praktischen Arbeit als Arzt setzt sich der dreifache Familienvater seit drei Jahrzehnten auch auf politischer Ebene als Experte für Gesundheitsthemen ein. Besonders interessiert sich der Mediziner für ortsgebundene Heilmittel und Naturheilverfahren. Privat unternimmt er sehr viel, um körperlich fit zu bleiben und seine Freizeitaktivitäten auch in den nächsten Jahren mit Freude ausüben zu können: Er betreibt Gesundheitssport, fährt Fahrrad und Ski – und liebt es generell, sich in der schönen bayerischen Natur zu bewegen.

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