4Mai 2020

Frischekick für´s Immunsystem: Kneippen Sie!

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Gerade in Corona-Zeiten ist ein gut funktionierendes Abwehrsystem entscheidend. Die vom gebürtigen Wörishofer Pfarrer Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert entwickelte Hydrotherapie ist das Mittel der Wahl. Es bringt das Immunsystem in Schwung und hilft mit Viren und anderen Krankheitserregern leichter fertig zu werden. Erst recht, weil sich die Wasseranwendungen ohne jede fremde Hilfe ganz einfach zu Hause ausführen lassen. Kompliziertes Zubehör ist nicht erforderlich. „Alles, was man braucht, ist ein Wasseranschluss, ein Waschbecken und einen großen Eimer, in dem beide Füße bequem Platz haben“, erklärt Ines Wurm-Fenkl. „Und nur wenige Minuten Zeit jeden Tag.“

Ines Wurm-Fenkl aus Bad Wörishofen ist Heilpraktikerin, medizinische Bademeisterin, Gesundheitspädagogin, Sportphysiotherapeutin und noch so einiges mehr. Doch vor allem ist sie Kneipp-Expertin, hat das Buch “Richtig Kneippen” geschrieben und unterrichtet an der Sebastian-Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen. „Ich bin einfach fasziniert von der Lehre Sebastian Kneipps“, sagt sie. „Die Wasseranwendungen sind ganz einfach. Jeder kann sie bei sich zu Hause durchführen. Sie kurbeln das Immunsystem an und können damit sehr effizient gegen Krankheiten helfen.“

Fit durch den Tag

Morgens:

Oberkörperwaschung mit 16-18° C kaltem Wasser. Dem Wasser kann desinfizierender Essig (4 EL auf 1 l Wasser) zugegeben werden. Den Rücken erreicht man gut mit einem nassen Handtuch. Eine eiskalte Ganzkörperdusche empfiehlt sich übrigens nur für geübte Kneipper!

Nachmittags:

Belebendes Armbad. Spül- oder Waschbecken mit 16-18°C kaltem Wasser füllen, Arme bis über die Ellbogen ca. 20 Sekunden lang eintauchen. Dann Wasser abstreifen und trocknen lassen. Dabei die Arme bewegen. Man kann z.B. mit den Armen Zahlen in die Luft schreiben.

Abends:

Vor dem Zubettgehen beruhigendes Wassertreten. Dazu einen Farbeimer oder ähnliches bis zur halben Wadenhöhe mit 16-18°C kaltem Wasser füllen und eine Minute lang wie ein Storch auf- und abtreten. Dann Wasser abstreifen und ab ins Bett.

Kneippen für die Augen: Wach werden in Sekundenschnelle


Geöffnete Augen 10-20 Sekunden in eine Schüssel mit kaltem Wasser halten, dabei hin- und herrollen und mit den Lidern klappern. Das hilft gegen übermüdete, trockene und brennende Augen und auch bei Heuschnupfen-Beschwerden. Außerdem stärkt das Augenbad die Abwehrkräfte der oberen Atemwege und des Stirn-Nasen-Nebenhöhlenbereiches.

Freiwillig frieren? Unbedingt!

Gründe für die Kneippsche Hydrotherapie


„Auf den Kaltwasserreiz reagiert der Körper, denn er will die ursprüngliche Körpertemperatur wiederherstellen“, erklärt die Gesundheitspädagogin, die in der Sebastian-Kneipp-Akademie als Fachlehrerin für Bewegung und Hydrotherapie arbeitet. „Er produziert reaktiv Wärme, die über die Blutbahnen in die verschiedenen Körperregionen gebracht wird. Mehr Abwehrstoffe werden gebildet und gelangen durch die verbesserte Durchblutung auch gleich dorthin, wo sie gebraucht werden. Wenn es Ihnen nach der Anwendung warm wird, dann ist das übrigens der Beweis für diese Mehrdurchblutung.“

Und noch einen Tipp hat die erfahrene Gesundheitsexertin: Kneippen macht auch Kindern riesigen Spaß und eignet sich daher ideal für die ganze Familie!

Ines Wurm-Fenkl ist Heilpraktikerin und überzeugte Kneippianerin. (c) www.gesundes-bayern.de – Wurm-Fenkl

Hier geht´s zum Interview mit Frau Wurm-Fenkl.

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