15Nov 2018

Erfahrungsbericht: Gesunde Darmflora aufbauen in Bad Tölz

Julia BaakenGesundes Wissen0

Billionen Bakterien besiedeln meinen Darm. Sie haben einen enormen Einfluss auf mein Gewicht, mein Wohlbefinden und sogar meine Psyche. So viel weiß ich, seit Giulia Enders mit ihrem Besteller „Darm mit Charme“ eine deutschlandweite Debatte über die Darmgesundheit auslöste. Doch wie kann ich ganz konkret eine gesunde Darmflora aufbauen? Das möchte ich in Bad Tölz erfahren.

Die guten Bakterien füttern – und dabei abnehmen

Grün-geschuppt, groß wie ein Babykopf und mit einem dicken Stängel am Ende: „So sieht also eine Artischocke aus“, denke ich, als ich das Blütengemüse in den Händen halte. Ehrlich gesagt kannte ich bisher nur Artischockenherzen aus dem Glas – und zwar als Pizza-Belag. Nun kommt das stachelige Ding in den Topf. Gedünstet und mit einem köstlichen Knoblauch-Dip wird daraus eine Vorspeise, die weit mehr kann, als nur gut zu schmecken.

„Damit füttern wir gleich unsere guten Bakterien“, lacht Angelika Spöri. Sie ist Diplom-Oecotrophologin, also Ernährungswissenschaftlerin. Und sie leitet den dreitägigen Workshop „Schlank mit Darm“, zu dessen Höhepunkten der gemeinsame Kochkurs in der topmodernen Lehrküche im Vitalzentrum Bad Tölz gehört.

Wir sind ein buntgemischtes Grüppchen, größtenteils Frauen aller Altersgruppen und mit ganz unterschiedlichen Beschwerden. Die meisten versuchen seit Jahren erfolglos, ihre überflüssigen Pfunde loszuwerden. Andere plagt ein Reizdarmsyndrom. Manche haben häufig Blähungen oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Doch eins haben wir alle gemeinsam: Wir möchten mehr darüber erfahren, wie wir unsere Darmflora aufbauen können.

Gute Darmbakterien, böse Darmbakterien

Artischocken stecken voller Ballaststoffe und Inulin – beides freut die Darmflora.
Artischocken stecken voller Ballaststoffe und Inulin – beides freut die Darmflora.
(c) MensAdvies/Pixabay

„Jeder von uns hat zwei Kilogramm Bakterien in seinem Darm“, erklärt uns Angelika Spöri gleich am ersten Tag. „Puh, was für ein gruseliger Gedanke!“, denke ich und schiebe dieses Bild erstmal weit von mir – zu fremd, zu unappetitlich ist mir die Vorstellung.

Doch während Angelika Spöri über Prä- und Probiotika referiert, packt mich die Faszination. „Es gibt derzeit rund 1.500 verschiedene Arten von Darmbakterien“, erklärt uns die Ernährungswissenschaftlerin. Sie fügt hinzu: „Je mehr verschiedene Stämme Sie in Ihrem Darm haben, desto besser ist es für Sie!“

Möchten auch Sie etwas für Ihre Darmflora tun? Buchen Sie jetzt das Kompaktseminar „Schlank mit Darm“ in Bad Tölz!

Es gibt, lerne ich, zwei große Bakteriengruppen im Darm. Die „Bösen“, das sind die Firmicutes. Ist ihre Anzahl zu hoch, treiben sie mein Gewicht in die Höhe. Die „Guten“ dagegen sind die Bacteroides. Sie sorgen dafür, dass ich abnehme, weil sie weniger Energie aus der Nahrung ziehen. Wichtig ist, dass die Bacteroides die Oberhand behalten. Und darum soll ich meinen Darm gut füttern: mit Pro- und Präbiotika.

Dreamteam für die Darmgesundheit: Pro- und Präbiotika

Probiotika sind Bakterienstämme, die in bestimmten Nahrungsmitteln – Joghurt, Sauerkraut oder Brottrunk – enthalten sind. Esse ich diese Lebensmittel, siedeln sich die Probiotika in meinem Darm an und fördern dort meine Gesundheit. Präbiotika sind dagegen Lebensmittel, die den guten Bakterien in meinem Darm nähren. Dazu gehören Ballaststoffe, aber auch Inulin oder Oligofructose. Besonders Chicorée, Artischocken, Schwarzwurzeln, Topinambur und Pastinaken enthalten viele Präbiotika. Nicht gerade die Nahrungsmittel, bei denen mir das Wasser im Mund zusammenläuft. Doch was wir unter Anleitung von Angelika Spöri in der Lehrküche daraus zaubern, ist nicht nur gesund – es schmeckt auch überraschend lecker!

Der Kompaktkurs „Schlank mit Darm“ in Bad Tölz basiert auf dem gleichnamigen Besteller von Michaela Axt-Gadermann. Die Ärztin und Professorin für Gesundheitsförderung hat das lizensierte Ernährungsprogramm entwickelt, das auch die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen. Was ich hier in drei Tagen lerne, basiert auf dem neusten Stand der Forschung.

Und die drei Tage haben es in sich. In Einzel- und Gruppen-Übungen überprüfen wir unsere Essgewohnheiten, lernen den Ernährungskreis kennen und machen uns Gedanken, wie wir die neuen Erkenntnisse in unserem Alltag umsetzen können. Daneben bleibt viel Zeit für unsere ganz persönlichen Fragen: Warum nehme ich nicht ab? Wie schaffe ich es, meine Gewohnheiten dauerhaft umzustellen? Was bringt Heilfasten und wie funktioniert das genau?

Darmflora aufbauen mit Sport und Entspannung

Immer wieder habe ich echte Aha-Erlebnisse. „Essen Sie Ihre Kartoffeln kalt“, empfiehlt mir Angelika Spöri. Denn beim Abkühlen entsteht resistente Stärke, die von den Bakterien in meinen Darm nicht verwertet wird. Das heißt: Ich werde satt, nehme aber nicht zu. Genial, finde ich! Noch besser gefällt mir, dass Fett nicht verboten ist. Im Gegenteil: „Leinöl, Hanföl und Rapsöl enthalten viele Omega-3-Fettsäuren und die tun Ihrem Darm gut.“

Die richtige Ernährung, erfahre ich, ist aber nicht alles. Genauso wichtig sind regelmäßige Bewegung und Regeneration.

Haferflockenbrei und genügend Muße – wenn der Tag so startet, profitiert auch die Darmgesundheit.
Haferflockenbrei und genügend Muße – wenn der Tag so startet, profitiert auch die Darmgesundheit.
(c) the5th/Pixabay

„Wenn Sie Ihrem Darm noch heute Abend etwas Gutes tun wollen, dann gehen Sie rechtzeitig ins Bett“, empfiehlt unsere Kursleiterin. Nur wer gut und lang genug schlafe, könne auch abnehmen. „Sieben Stunden, besser acht sind das Minimum!“ Den Rat beherzige ich auf jeden Fall – in meinem gemütlichen Hotelbett nahe am großen Bad Tölzer Kurpark schlafe ich ohnehin wie ein Murmeltier.

Schlank mit Darm – so schmeckt es dem Mikrobiom

Nach drei Tagen in den lichtdurchfluteten Seminarräumen der „Villa Riesch“ in Bad Tölz und in meinem Hotel fühle ich mich ausgeschlafen und erholt wie lange nicht. Und ich bin motiviert, meine Ernährung ein für alle Mal umzustellen.

Adieu, Süßigkeiten, Chips und Fertiggerichte – hallo, darmförderndes Gemüse! Porridge habe ich beim „Darmverwöhnfrühstück“ im Hotel entdeckt und schon jetzt ist der warme Haferbrei mit Früchten, Samen und Nüssen mein neuer Liebling für einen leckeren Start in den Morgen. So lasse ich mir das Abnehmen künftig schmecken – und meinen Darm freut’s.

Nehmen Sie schonend und dauerhaft ab – indem Sie eine gesunde Darmflora aufbauen. Essen Sie sich fit bei Ihrem Gesundheitsurlaub in den bayerischen Kurorte und Heilbädern!

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Julia Baaken

Julia Baaken

Seit zehn Jahren lebt die gebürtige Berlinerin Julia Baaken im schönen Münchner Umland. Am liebsten entspannt sich die zweifache Mutter im bayerischen Voralpenland mit seinen herrlichen Wäldern, Seen und Bergen. In der idyllischen Natur findet sie einen Ausgleich zu ihrem oft turbulenten Alltag: Eine Familienwanderung mit anschließendem Bad im See und einer gemütlichen Einkehr im Wirtshaus – das ist für unsere Autorin das pure Glück.

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