3Jul 2018

Der kleine Bruder der Chinesischen Mauer

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Auf mehr als 20.000 Kilometern Länge  schlängelt sich die Chinesische Mauer durch das Riesenreich in Asien. Ein beeindruckendes Monument, das als größtes Bauwerk der Welt gilt. Ganz so beeindruckend ist ihr kleiner Bruder im Bayerischen Wald zwar nicht, aber auf immerhin stolze 180 Meter Länge bringt es die „Chinesische Mauer“ in dem Kneippheilbad Bad Kötzting. Sie verbindet den Kurpark mit der Altstadt und ist ein Sinnbild für die Integration der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) mit westlicher Medizin – und der Kneippkur.

Die erste deutsche TCM-Klinik wurde in Bad Kötzting eröffnet

Bad Kötzting ist schon seit 1991 ein Zentrum für TCM in Deutschland. Damals wurde hier die Erste Deutsche Klinik für TCM eröffnet, die in Kooperation mit der Pekinger Universität für TCM betrieben wird. Hier behandeln deutsche und chinesische Ärzte die Patienten bei psychosomatischen und chronischen Erkrankungen: Darunter sind Erkrankungen des Bewegungsapparats, des Herz-Kreislauf-Systems oder des Magen-Darm-Traktes. Sie verbinden dabei die Jahrtausende alten Methoden der TCM mit der westlichen Psycho- und Physiotherapie.

Chinesische und westliche Medizin arbeiten zusammen

Im Kern dreht sich bei TCM alles um das Qi (ausgesprochen:  Tschi): Darunter stellen sich viele Menschen in Asien, nicht nur in China, die Energie in unserem Körper vor. Nur wenn diese Energie im Gleichgewicht ist, sind wir gesund. Durch Tuina-Massagen, Qi-Gong-Meditation oder durch Akkupunktur werden die Energieströme stimuliert und gelenkt. Östliche und westliche Methoden arbeiten in der TCM-Klinik Hand in Hand: Bei psychotherapeutischen Sitzungen geht man der Ursache der Probleme auf den Grund und Physiotherapeuten unterstützen den Heilungsprozess durch ihre Form der Therapie.

Kneipp hatte auch das Qi im Sinn (nannte es nur anders)

Bad Kötzting kombiniert als Kneippheilbad auch das Kneippen mit der TCM: Beide versuchen die körpereigene Widerstandskraft zu erhöhen. Bei der TCM ist das unter dem Qi-Begriff vereint, bei den Kneippbädern werden die Abwehrkräfte gestärkt. Beide Heilformen passen außerdem so gut zusammen, weil sie einen ganzheitlichen Ansatz vereinen. Bei Kneipp und bei TCM ist ein wichtiger Punkt die richtige Lebensführung, die alltägliche Selbstfürsorge und –reflektion und die innere Balance.

Drei Säulen der Gesundheit: Kneipp, TCM, Gesundheitsbildung

Diesen Gedankengang hat man in Bad Kötzting weiterverfolgt und in dem SINOCUR-Lebensstilprogramm zusammengefasst: Kneipp, TCM und die Gesundheitsbildung der Patienten bilden die drei Säulen des Vorsorgeprogramms, das von der AOK unterstützt wird. Drei Ziele sollen mit den Methoden erreicht werden. Das erste: Die Abwehrkräfte werden gestärkt, damit die Patienten Krankheiten wiederstehen können. Dazu zählt auch die emotionale Ausgeglichenheit, die uns vor Krankheiten schützt. Das zweite Ziel ist die Früherkennung von Krankheiten. Zu den westlichen Methoden der Diagnostik, darunter die Leistungsdiagnostik, kommen die alten und bewährten Methoden der TCM, die ergänzend eingesetzt werden, wie die Puls- und Zungendiagnose.

Lernen, wie man gesund lebt

Das dritte Ziel ist der eigentliche Kern der Prävention: Unsere Lebensumstände. Wie ernähren wir uns? Wie gehen wir mit Stress um? Wie halten wir uns fit? Das sind die Fragen, die hier beantwortet werden. Dafür lernen die Programmteilnehmer im Coaching vor Ort und mindestens ein Jahr lang nach dem Aufenthalt in Bad Kötzting über das Webportal, wie sie gesund leben können.

Der geografische Mittelpunkt des Programms ist das neue, hochmoderne SINOCUR-Präventionszentrum. In Bad Kötzting dreht sich vieles um das Brückenbauen und das Verbinden von Kulturen. Das  Zentrum schlägt auch eine Brücke und  ist über einen Fußgängersteig mit der kleineren „Chinesischen Mauer“ verbunden.

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